Steuerausschöpfungsindex 2017

Analyse der einzelnen Ergebnisse

Totale Steuerausschöpfung

    • Der Unterschied in der Steuerbelastung zwischen Geber- und Nehmerkantonen ist 2017 praktisch verschwunden.
    • Rund 13 Nehmerkantone haben 2017 ihre Steuerbelastung im Vergleich zum Vorjahr senken können (vgl. Rohstoff, S. 3).


    Ausschöpfung der Gewinne der juristischen Personen

    • Die Gewinne der juristischen Personen werden in allen Kantonen deutlich weniger ausgeschöpft als die Einkommen der natürlichen Personen.
    • Die durchschnittliche Steuerausschöpfung der Gewinne der juristischen Personen liegt bei den Nehmerkantonen seit fünf Jahren deutlich unter denjenigen der Geberkantone.
    • 2017 haben bei den Gewinnen der juristischen Personen 14 Nehmerkantone eine tiefere Steuerausschöpfung als der Durchschnitt der Geberkantone.


    Ausschöpfung der Einkommen der natürlichen Personen

      • Die durchschnittliche Steuerausschöpfung der Einkommen der natürlichen Personen der Nehmer- und Geberkantone hat sich seit einigen Jahren angenähert.
      • Nehmerkantone wie Luzern, Uri oder Thurgau haben die Steuerbelastung seit 2008 mit rund 5-8 Prozentpunkten substantiell gesenkt.


      Fazit

      • Die durchschnittliche Steuerausschöpfung der Gruppe der Geber- und der Nehmerkantone hat sich angenähert.
      • Die Entwicklung der Steuerausschöpfung zeigt deutlich auf, dass das Ziel des NFA gemäss Art. 2 Bst. b FiLaG „die Unterschiede in der finanziellen Leistungsfähigkeit und in der Steuerbelastung zwischen den Kantonen [zu] verringern“ deutlich übertroffen wird.
      • Die Steuerausschöpfung der Gewinne der juristischen Personen ist in sämtlichen Kantonen tiefer als diejenige der Einkommen der natürlichen Personen. Der Bund soll die Ausschöpfung der Gewinne der juristischen Personen und der Einkommen der natürlichen Personen in Zukunft daher separat ausweisen. Dies wäre folgerichtig, zumal im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III die ordentlichen Gewinne der juristischen Personen neu mit einem tieferen Gewichtungsfaktor in das Ressourcenpotential einfliessen werden und der Bund ohnehin eine separate Berechnung vornehmen wird.
      • Frank Bodmer hat in seiner Studie 2014 nachgewiesen, dass der NFA bei den Nehmerkantonen zu einem starken Anreiz führt, Steuersenkungen zu unterlassen. Dieser negative Anreiz besteht insbesondere bei den Gewinnen der juristischen Personen, wo Nehmerkantone mehr Geld aus dem NFA verlieren als sie über höhere Steuereinnahmen erzielen könnten. Eine vorzeitige tiefere Gewichtung der Gewinne der juristischen Personen würde hier Abhilfe schaffen.
      • Unberücksichtigt bleibt bei der Steuerausschöpfung die Art und Ausmass der öffentlichen Leistungserbringung. Diese kann zwischen den Kantonen je nach politischen Präferenzen stark variieren und zu unterschiedlichen Steuerausschöpfungen führen.

      Ausführungen zur Berechnungsmethode der EFV und der Konferenz
      Die Konferenz stützt sich bei der Berechnung der steuerlichen Ausschöpfung auf Daten des Finanzausgleichs und der Finanzstatistik. Die EFV und die Konferenz der NFA-Geberkantone wenden für die Berechnung der kantonalen Steuerausschöpfung die gleiche Methode an. Dabei werden die effektiven Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden ins Verhältnis zum Ressourcenpotential des Kantons gesetzt. Konkret wird für die Berechnung der Steuerausschöpfung 2017 der Mittelwert der kantonalen und kommunalen Steuereinnahmen 2011-2013 durch das Ressourcenpotential 2017 dividiert (Dreijahresdurchschnitt der Aggregierten Steuerbemessungsgrundlage 2011-2013). Das Ressourcenpotential widerspiegelt das wirtschaftliche Potential der Steuerpflichtigen und damit die Wirtschaftskraft des Kantons.

      Im Folgenden wird die Berechnungsmethode nach Steuerausschöpfungsart tabellarisch aufgelistet:

      Was/WerEFVKonferenz der NFA-Geberkantone
      Ausschöpfung der gesamten Fiskaleinnahmen Fiskaleinnahmen gemäss Finanzstatistik Konto 40 / Ressourcenpotenzial gleich wie EFV
      Ausschöpfung der Gewinne der juristischen Personen derzeit keine Berechnung Direkte Steuern juristische Personen Konto 401 (Dreijahresdurchschnitt) / Ressourcenpotential juristische Personen (Dreijahresdurchschnitt)
      Ausschöpfung der Einkommen der natürlichen Personen derzeit keine Berechnung Direkte Steuern natürliche Personen Konto 400 (Dreijahresdurchschnitt /
      Ressourcenpotential natürliche Personen und Quellenbesteuerte